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In­ter­view mit To­bi­as Bun­de über die NA­TO Emer­ging Lea­ders Working Group 2014 und das Pro­jekt "Fu­ture NA­TO"

 





To­bi­as Bun­de

Ber­lin
NA­TO Emer­ging Lea­ders Working Group 2014

 


1) Was ist dein aka­de­mi­scher und be­ruf­li­cher Hin­ter­grund und wie passt die­ser zur YA­TA Ger­ma­ny?

 

Ich ha­be In­ter­na­tio­na­le Be­zie­hun­gen stu­diert und be­fas­se mich so­wohl aka­de­misch als auch be­ruf­lich mit trans­at­lan­ti­scher Si­cher­heits­po­li­tik. Zum ei­nen schrei­be ich an der Ber­lin Gra­dua­te School for Trans­na­tio­nal Stu­dies an mei­ner Dok­tor­ar­beit über Iden­ti­täts­kon­flik­te und Ko­ope­ra­ti­on in­ner­halb der NA­TO. Zum an­de­ren ar­bei­te ich seit 2009 für Wolf­gang Ischin­ger, den Vor­sit­zen­den der Münch­ner Si­cher­heits­kon­fe­renz, und ha­be dort na­tür­lich re­gel­mä­ßig mit The­men zu tun, die auch YA­TA Ger­ma­ny um­trei­ben.

 


2) Du bist Mit­glied in der NA­TO Emer­ging Lea­ders Working Group 2014. Von wem und war­um wur­de die­se Grup­pe ins Le­ben ge­ru­fen und wie kann man sich ih­re Ar­beit vor­stel­len?

 

Die Grup­pe geht auf ei­ne In­itia­ti­ve von NA­TO-Ge­ne­ral­se­kre­tär An­ders Fogh Ras­mus­sen zu­rück und wird vom At­lan­tic Coun­cil in Wa­shing­ton be­treut. Un­se­re Haupt­auf­ga­be be­stand dar­in, dem Ge­ne­ral­se­kre­tär ei­nen Be­richt vor­zu­le­gen, in dem wir un­se­re Sicht dar­le­gen, wel­che Schrit­te die NA­TO un­ter­neh­men kann, um die trans­at­lan­ti­schen Be­zie­hun­gen zu stär­ken. Wir ha­ben uns zu­erst al­le im April in Wa­shing­ton ge­trof­fen und dann wei­ter über das In­ter­net zu­sam­men­ge­ar­bei­tet, be­vor wir den Be­richt im Ju­ni in Brüs­sel vor­ge­stellt ha­ben. Un­ser Be­richt soll­te die Stim­me der jün­ge­ren Ge­ne­ra­ti­on ein­brin­gen, um die Be­rich­te ei­ner Grup­pe von Se­ni­or Ex­perts und ei­ner Kom­mis­si­on der Par­la­men­ta­ri­schen Ver­samm­lung der NA­TO zu er­gän­zen. Aber wir be­mü­hen uns na­tür­lich auch, uns über den Be­richt hin­aus in die De­bat­te über die Zu­kunft der NA­TO ein­zu­brin­gen.

 


3) Das Pro­jekt "Fu­ture NA­TO" ist zu ei­nem Schwer­punkt der Grup­pen­ar­beit ge­wor­den – wie hat sich das ent­wi­ckelt und was er­hofft ihr euch von dem Pro­jekt?

 

Es war uns wich­tig, die De­bat­te in Gang zu hal­ten und auch die Stim­men vie­ler an­de­rer auf­zu­neh­men. Des­we­gen füh­ren wir im Vor­feld des Gip­fels in Wa­les Twit­ter-De­bat­ten durch, bei de­nen wir ein­zel­ne Fra­gen zur Zu­kunft der NA­TO dis­ku­tie­ren. Bis­her sind die­se De­bat­ten sehr gut an­ge­nom­men wor­den, und wir hof­fen, dass sie zu­min­dest ei­ni­ge be­we­gen, sich in­ten­si­ver mit die­sen The­men aus­ein­an­der­zu­set­zen.

 


4) Mit dem NA­TO-Gip­fel im Sep­tem­ber ist die Ar­beit der Grup­pe ja erst ein­mal be­en­det – wie könn­ten sich dei­ner Mei­nung nach dau­er­haft jun­ge Stim­men in der NA­TO eta­blie­ren und war­um ist das über­haupt wich­tig?

 

Ich glau­be, dass wir Jün­ge­ren durch­aus et­was for­dern­der auf­tre­ten kön­nen und un­se­ren Platz in der De­bat­te auch ak­tiv ein­for­dern müs­sen. Es hilft nie­man­dem, wenn man mit Trans­at­lan­ti­kern nur graue Haa­re und graue An­zü­ge as­so­zi­iert. Vic­to­ria Nu­land hat im No­vem­ber in Wa­shing­ton ge­sagt: "Ich ha­be Angst, dass nur noch al­te Sä­cke wie wir ver­ste­hen, wo­für die NA­TO da ist." Nun ist sie ja gar nicht so alt, aber mit dem Satz hat sie recht. Und ich glau­be, bei der NA­TO ist ei­ne Be­reit­schaft vor­han­den, auch ein we­nig ge­nau­er zu­zu­hö­ren, was ei­gent­lich die nächs­te Ge­ne­ra­ti­on be­wegt.


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2014 NATO Emerging Leaders Working Group
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