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"Der Kon­flikt in der Ukrai­ne – Eu­ro­päi­sche Au­ßen­po­li­tik in der Kri­se?" -
Po­di­ums­dis­kus­si­on in Je­na


An­läss­lich der be­vor­ste­hen­den Eu­ro­pa-Wahl und vor dem Hin­ter­grund der an­hal­ten­den Ukrai­ne-Kri­se ha­ben die Jun­gen Eu­ro­päi­schen Fö­de­ra­lis­ten (JEF) am 14.05.2014 die Rol­le und die Chan­cen der Ge­mein­sa­men Si­cher­heits- und Ver­tei­di­gungs­po­li­tik (GSVP) dis­ku­tiert. Das Po­di­um wur­de be­setzt durch PD Dr. Olaf Lei­ße, der den Lehr­stuhl für Eu­ro­päi­sche Stu­di­en an der Uni­ver­si­tät Je­na in­ne hat, Omid Nou­ripour MdB, au­ßen­po­li­ti­scher Spre­cher der Bun­des­tags­frak­ti­on Bünd­nis 90/die Grü­nen, so­wie den Po­li­tik-Stu­den­ten Mar­tin Wöl­fel als Ver­tre­ter der YA­TA-Ger­ma­ny im Fo­rum Er­furt der Deut­schen At­lan­ti­schen Ge­sell­schaft.

 

Die Dis­kus­si­on be­gann bei der Be­deu­tung der GSVP für Eu­ro­pa und schlug ei­nen Bo­gen zu ih­ren Mög­lich­kei­ten und Fä­hig­kei­ten bei der Be­wäl­ti­gung des Kon­flikts in der Ukrai­ne. Auf die Fra­ge hin, ob "der Wes­ten" das rus­si­sche Vor­ge­hen in der Ukrai­ne be­güns­tigt ha­be, ent­geg­ne­te Mar­tin, dass die NA­TO-Ost­erwei­te­rung kei­ne di­rek­te Pro­vo­ka­ti­on Russ­lands dar­stelle. Russ­land sei in den Er­wei­te­rungs­pro­zes­s in­te­griert ge­we­sen. Nichts­des­to­trotz sei bei der Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen Russ­land und der NA­TO je­doch nur ein "Mi­ni­mal­kon­sens" in Form des NA­TO-Russ­land-Ra­tes mög­lich ge­we­sen.

 

Auf die Fra­ge, ob die NA­TO über­haupt ein In­ter­es­se an ei­ner star­ken eu­ro­päi­schen Au­ßen­po­li­tik ha­be, ant­wor­te­te Mar­tin, dass ge­nau dies seit lan­gem von US-Po­li­ti­kern ge­for­dert wer­de. Die Ge­währ­leis­tung von Si­cher­heit in Eu­ro­pa wer­de in den USA zu­neh­mend als Last emp­fun­den. Den eu­ro­päi­schen NA­TO-Mit­glied­staa­ten feh­le es aber wei­ter­hin an Ko­or­di­nie­rung und Durch­schlags­kraft. Die Ukrai­ne-Kri­se ha­be ein­mal mehr ge­zeigt, wie un­er­läss­lich ein ge­mein­sa­mes Auf­tre­ten sei.

 

Der For­de­rung von Dr. Lei­ße, dass sich die deut­sche Au­ßen­po­li­tik, an­ge­sichts von Er­fah­run­gen wie im Irak oder Af­gha­nis­tan, nicht in die Po­li­ti­k an­de­rer Län­der ein­mi­schen sol­le, tra­t auch Omid Nou­ripour ent­schie­den ent­ge­gen. Er sprach sich in dem Zu­sam­men­hang auch für ei­ne grö­ße­re Ehr­lich­keit in der De­bat­te und der me­dia­len Dar­stel­lung des Ukrai­ne-Kon­flikts aus. Sein Bild aus der Ost-Ukrai­ne und der Krim, die er per­sön­lich kürz­lich be­such­te, sei, dass dort ei­ne Min­der­heit der Be­völ­ke­rung als de­ren Mas­se in Er­schei­nung tre­te. Eu­ro­pa und der Wes­ten in der Pflicht sei­en, der Ukrai­ne zu hel­fen und an ei­ner fried­li­chen Lö­sung des Kon­flikts zu ar­bei­ten.  

 

Mar­tin Wöl­fel


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